Stuttgart 21 – Die Angst der CDU gewinnt – Demokratie verliert

Herr Strobl, der Generalsekretär der CDU-Baden-Württemberg und Abgeordneter des Bundestages verschickte am vergangenen Wochenende seinen Newsletter „Berlin aktuell“. Darin schreibt er unter einem Foto von Walter Sittler, einem der führenden Gegner von Stuttgart 21: „Sein Vater war Nazi-Funktionär und arbeitete für Reichspropagandaminister Joseph Goebbels: Walter Sittler, Propagandist der S21-Bewegung“.

Die Reaktion von Herrn Sittler war gelassen, wie immer. Er hat Herrn Strobl lediglich mitgeteilt, dass die Inhalte seiner Aussage hinsichtlich seines Vaters nicht richtig sind.

Analysiert man diesen Text, so versucht Herr Strobl eigentlich die Bewegung für Stuttgart 21 in Misskredit zu bringen, denn sonst hätte er „Propagandist der Anti-S21-Bewegung“ schreiben müssen. Ist Herr Strobl gegen Stuttgart 21 und hat Herrn Sittler mit Herrn Mappus verwechselt?
Wohl kaum.

Das Verhalten des Generalsekretärs macht eines sehr deutlich, bei der CDU bricht langsam Panik aus. Die Angst vor dem Wahlverlust im März 2011 wird immer größer. Angstreaktionen sind in aller Regel dadurch gekennzeichnet, dass die betreffende Person in zunehmenden Masse nicht mehr in der Lage ist, rational zu denken. Es geht zum Schluss nur noch um Angriff oder Flucht. Da letzteres für einen Politiker nicht möglich ist, also Angriff. Und wenn die Argumente knapp sind, dann eben den Knüppel aus dem Sack. Entweder real, wie am 30.09.2010 im Schlossgarten oder verbal, wie in dem Newsletter.

Als Generalsekretär der CDU in Baden-Württemberg legt Herr Strobl Zeugnis davon ab, dass die Parteiführung offenkundig ohne Argumente und ohne Ideen zunehmend in Panik verfällt. Die CDU hat  Schwierigkeiten mit der Demokratie. Im Grundgesetz steht, dass alle Macht vom Volke ausgeht und die Parteien an der Willensbildung mitwirken. Die CDU sieht dies wohl anders herum. Auch dies wird immer klarer.

Man kann sich kaum vorstellen, dass Herr Strobl so gravierende Äußerungen ohne die Stimme seines Herrn, Mappus, von sich gibt. Somit ist dies auch ein Fall für den Vorsitzenden der CDU in Baden-Württemberg, Herrn Mappus.
Da von ihm bislang keine Distanzierung von Herrn Strobl und auch nicht dessen Entlassung vorliegt, trägt er wohl dieses panische Verhalten mit. Aber was muss man von Politikern halten, die so leicht in Panik geraten und dann zu kontrolliertem Verhalten nicht mehr in der Lage sind.

Personalfachleute reagieren in ihren Unternehmen stets so, dass sie die Betroffenen möglichst schnell aus der Schusslinie bringen und diese mit Arbeiten beschäftigen, bei denen kein Stress entstehen kann. Führungskräfte werden in aller Regel  entlassen, da sie für ihren Job nachweislich nicht geeignet sind.

Um es direkt zu sagen. Herr Strobl muss als Generalsekretär und als Bundestagsabgeordneter zurücktreten. Er hat bewiesen, dass er für diese Tätigkeit nicht geeignet ist. Er hat bewiesen, dass er unsere Verfassung nicht verstanden hat.

Das Verhalten von Herrn Sittler gibt ein Beispiel für das Verhalten eines echten Demokraten im Sinne unseres Grundgesetzes.

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