Südafrika zeigt uns, wie gleichgeschlechtliche Ehe geht

Der Bundesgerichtshof hat heute entschieden, dass die Ehefrau der Mutter eines Kindes auch in Deutschland als zweiter Elternteil (Co-Mutter) einzutragen ist, wenn dies nach südafrikanischem Recht möglich ist.

Ein gleichgeschlechtliches Ehepaar bekam durch künstliche Befruchtung ein Wunschkind. Die Mutter besitzt die deutsche und die südafrikanische Staatsangehörigkeit, die Co-Mutter die südafrikanische. In Südafrika werden beide Mütter als Eltern eingetragen, in Deutschland nicht.

Man kann sich in der Entwicklung eines Menschen zahlreiche Situationen vorstellen, in denen es hilfreich ist, dass es einen zweiten Elternteil gibt. So streiten Juristen heute noch, ob eine Mutter allein in einen Vertrag ihres Kindes einwilligen kann, oder ob die Unterschrift eines zweiten Sorgeberechtigten nicht durch Jugendamt oder gar Gericht geleistet werden müsste. Sind zwei Elternteile gegeben, ist diese Frage eher die Ausnahme. Oder ein Elternteil verstirbt. In Deutschland ist das Kind nicht ehelich. Der zweite Elternteil nicht existent. In aller Regel beginnt dann der Kampf mit dem Jugendamt.

Das Kind wächst in einer gleichgeschlechtlichen Ehe auf. Es erlebt beide Frauen oder beide Männer als Eltern. Verstirbt nun der Elternteil, der offiziell nicht als Vater oder Mutter eingetragen ist, so steht das Kind in keiner Beziehung zu ihm. Es hat keinerlei Erbansprüche. Verstirbt der offizielle Elternteil, so muss der überlebende Elternteil hoffen, dass das Jugendamt zugänglich ist und ihm das Sorgerecht überträgt. Bestehen bei diesem Jugendamt Vorbehalte gegen gleichgeschlechtliche Partnerschaften, wird es schwierig. Teilweise werden aufwändige Konstrukte empfohlen, um diese Klippen zu umgehen. Warum ist die erforderlich?

Vielleicht bietet dieses Urteil den Anlass für die Mitarbeiter von Herrn Maass, eine vergleichbare Regelung auch in Deutschland einzuführen. Südafrika scheint in diesen Fragen fortschrittlicher zu sein. Und, was nicht ganz unwichtig ist, es könnte mehr Sicherheit für die Kinder und ein bisschen mehr Rechtsfrieden geben.

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