Stuttgart 21 – Sicherheitstechnik Wirrwarr

Ein Whistleblower hat dem Stern die Planungsunterlagen in Kopie gebracht. Am 30.09.2010 wurden erste Inhalte vom Stern im Telegrammstil veröffentlicht.

Hinsichtlich der Sicherheitstechnik wurde aufgeführt, dass in die zu klein geplanten Tunnelprofile nur die neue Sicherheitstechnik ECTS eingebaut werden könnte. Bislang sollen nur 24 ICE-Züge (lt. Bahn AG) über diese Technik im Bereich der Bahn verfügen. Dies würde bedeuten, dass im Grunde kaum ein Zug oder eine S-Bahn den Bereich des neuen Hauptbahnhofs in Stuttgart erreichen könnte. Auch die neue Strecke Stuttgart – Ulm wäre nur von wenigen Zügen befahrbar. Lässt Schilda grüßen?

Hierzu muss man wissen, dass ab 2015 europaweit nur noch Lokomotiven beschafft werden dürfen, die mit ECTS ausgerüstet sind. Es ist der Sicherheitsstandard der Zukunft in Europa. Es macht also durchaus Sinn, bei derartigen Projekten mit einem zukunftsorientierten Standard zu planen.

Dies wurde übrigens im Lötschberg Basistunnel, Teil der europäischen Alpentransversale, auch so gehalten. Durch diesen Tunnel fahren seit Mitte 2007 nur Loks, die mit ECTS ausgerüstet sind. Es bereitet keine Schwierigkeiten. Es ist nur eine Frage der Planung für die Bahnbetreiber.

Nach Angaben des Stern kostet die Ausrüstung einer Lok mit ECTS EUR 300.000,00. Hier lassen sich bei größeren Mengen sicherlich Skaleneffekte erzielen, was zu einer Reduzierung der Kosten pro Lok führen dürfte.
Man muss aber sehen, dass diese Kosten für jede Lok und jede S-Bahn zusätzlich zu den Projektkosten entstehen.

Von der Bahn sind hier bislang keine Angaben bekannt, ob diese Nachrüstung irgendwo berücksichtigt ist. Da das Unternehmen Bahn dem Staat, somit uns, gehört, wäre es doch gut, wenn auch dies offen gelegt würde.

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